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Lebe und liebe radikal

Juli 2018
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Was auch immer du tust, es geht immer um Liebe!

Du hast es vielleicht selbst erfahren, es in schlauen Büchern gelesen oder du hast es von weisen Gurus erzählt bekommen…

…Es heißt, dass wir mit allem verbunden sind und wir aus derselben Quelle kommen. Es heißt, dass Frieden, Liebe und Seligkeit unsere wahre Natur ist. Es heißt, dass Angst und Trennung lediglich ein Spiel sind. Ein Spiel zwischen Licht und Schatten, eine perfekte Illusion, die aber nichts weiter ist, als eben das was sie ist – eine perfekte Illusion.

So manch einer mag sich denken: „Schön und gut, wenn es im Himmel so lichtvoll und schön ist, aber ich lebe nun mal auf der Erde. Ich muss arbeiten, meine Rechnungen bezahlen, essen, trinken, schlafen und zusehen, dass ich über die Runden komme. Ich muss mein Leben in den Griff bekommen. Über sowas kann ich nachdenken, wenn ich die Kraft und Zeit dafür habe.“ Klingt ganz nach einem Überlebensmodus, als nach einem Leben das auf Kraft und Freiheit basiert.

Und dann widerspricht einer und meint: „Alles Eso-Geschwafel. Ich will einfach klarkommen, mit mir selbst und dem Leben, oder es endlich schaffen zu mir selbst zu stehen und selbstbewusster zu sein. Ich will mein Platz im Leben finden – einer Arbeit nachgehen die mich erfüllt – meinen Weg klar und entschlossen gehen, voller Selbstvertrauen leben anstatt ständig zu zweifeln und gegen die Umstände zu kämpfen. Ich habe diesen Leidensweg satt. Ich habe keinen Bock mehr, mich wie ein fremder Außerirdischer zu fühlen der isoliert ist von allem – getrennt, einsam und fremd. Ich möchte Frieden und ich will endlich frei sein!“

Herzlichen Glückwunsch, dann bist du an einem wunderbaren Punkt, an dem Wunder geschehen können.

Doch dafür braucht es dich! Es braucht deinen Mut alles ins Feuer zu werfen. Und es braucht deine Bereitschaft alles zu verlieren und nackt zu sein. Es braucht deine Radikalität.

„Scheiße, das klingt ja nicht sehr motivierend! Ich dachte es gäbe einen Weg um von all dem Schmerz, all den Problemen und all der Angst weg zu kommen“, denkst du dir womöglich.

Und in der Tat! Den gibt es.

Du kannst auf dem Weg nur verlieren, was du nicht bist, somit ist dieser Verlust eine Befreiung, ein Segen.

Dieser Weg ist in vielerlei Hinsicht anders als es sich die Meisten vorstellen. Er kann sehr ernüchternd und wundersam zugleich sein.

Denn der Pfad ist gepflastert mit Schatten und Ängsten – das ist der nüchterne Teil. Du begegnest dabei immer nur dir selbst – deinen Projektionen, Ängsten und Widerständen. Da helfen keine Tricks, keine Spielchen und keine Chaka-Super-Hyper-Methoden um deine Ohnmacht und Angst loszuwerden ohne dich wirklich auf dich selbst einzulassen. (Zumindest nachhaltig)

Das sind die Hüter der Schwelle – deine Dämonen und Drachen – an denen du nicht vorbeikommst.

Dahinter wartet dein Königreich auf dich. Dieses Königreich ist die Macht und Freiheit zu sein, was du bist. Es ist ein Frieden und eine Freiheit, die jenseits von äußeren Umständen und anderen Menschen ist. Eine Seligkeit, die jenseits von Hochs und Tiefs deines Gemüts ist.

„Aber das klingt alles so abgehoben, märchenhaft und unrealistisch.“

Mit Sicherheit! Aus der Perspektive der Raupe ist es nicht nur gefährlich, sondern unmöglich zu Fliegen.

Die Raupe muss sterben.

Stirb und werde

Die Kehrseite von Liebe, Frieden, Freiheit, Vertrauen, Kraft, Macht oder nenne es wie du willst, ist wenn du es auf das wesentliche runterbrichst nichts anderes als Angst.

Es ist die Angst, die dir Tag für Tag das Leben nimmt. Und es ist die Angst, die dich in die Ohnmacht bringt, dich zum Kampf verführt und dir deine Kraft raubt und dich lähmt (wenn du es zulässt). Es ist die Angst, die dich nicht leben lässt, weil du sie nicht leben lässt.

Mein Weg

Ich persönlich bin ein Typ, der gerne die Grenzen und extreme auskostet und erforscht. Im Durchschnitt der Gefühle, fällt es mir schwer die Dinge klar zu sehen und zu wachsen. Mich ein bisschen auf das Leben einzulassen, ein bisschen vor und dann doch zurückzugehen, ein bisschen zu fühlen und es dann wieder zu stoppen und zu kontrollieren, weil es schwer oder überwältigend zu sein scheint, bringt mich nicht weiter.

Wenn ich dem Tod nahe bin, bin ich lebendig. Es fühlt sich „echt“ an!

Das ist, wie ich bin. Und keine Frage, manchmal bin ich damit überfordert, hilflos oder komme an meine Grenzen. Aber das macht mich kreativ. Denn dort greifen die alten Muster und Überlebensstrategien meines Egos nicht mehr. Es ist absolutes Neuland. Genau das sorgt dafür, dass ich mich weiterentwickele und dass sich Erkenntnisprozesse radikal, tiefgreifend und nachhaltig erschließen. Dieser Prozess macht mich kompromisslos und frei.

(Damit meine ich nicht, dich in lebensgefährliche Situationen zu manövrieren. Ich rede hier von psychischen Ängsten die dir dein Verstand und Ego liefert und nicht von „echten“ Ängsten, wie zum Beispiel von einem Raubtier gefressen zu werden, oder von einem Hochhaus runterzufallen.)

„Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.“

Marcus Aurelius

Konkrete Schritte

1. Tue nichts! Bleibe einfach in der Situation und im Gefühl

Damit meine ich nicht, kneife die Arschbacken zusammen und „halte“ es durch, sondern „lasse“ es zu. Lass zu, zu fühlen, was du fühlst und zu denken, was du denkst. Das ist alles. Was dabei hilft ist…

2. Bewusstsein

Wenn wir unbewusst werden, fallen wir auf tiefere, archaische Ebenen unseres Bewusstseins. Übliche Muster sind Kampf, Flucht oder Erstarrung. Doch was geschieht, wenn du nichts von all dem tust?

Schau nach innen und beobachte deine Tendenzen, zu kämpfen, dich zu verteidigen oder dich kleinzumachen und zurückzuziehen oder zu erstarren und wie betäubt und gelähmt nichts mehr zu fühlen.

Allein dass du dies beobachtest, gibt dir ein größeres Stück an Freiheit als bisher. Denn jetzt schaust du bewusst zu, während es passiert. Früher hat es dich womöglich überkommen und du wusstest nicht, was dir geschieht.

Dabei ist es wichtig, dich nicht zu bewerten, zu vergleichen oder zu verurteilen. Du kannst üben, aus einer sicheren (inneren) Distanz liebevoll zuzuschauen.

3. Atmen und Körper bewusst fühlen!

Vielleicht merkst du, wie dein Herz rasend schnell schlägt und dein Atem intensiver wird. Lehn dich zurück. Und schau was sonst noch für interessante Empfindungen in deinem Körper auftauchen und wieder vergehen. Entspann dich da hinein und atme einfach mit dem Gefühl.

Fühle wo du dich im Körper anspannst und lasse bewusst die Spannung los. Beliebte stellen sind Becken, Bauch und Kiefer, sowie Nacken und Schulter. Jeder hat da seine Lieblingsspots.

 

4. Warten und genießen!

Es gibt eine Art 90 Sekunden Regel. (Manche sagen es sind 60 Sekunden.) Wie auch immer. 🙂 Diese besagt, dass Emotionen etwa 90 Sekunden andauern – sie tauchen auf, entfalten sich und vergehen wieder. Bei den meisten handelt es sich aber um ein-Paar-Stunden oder ein-Paar-Tages-Regel.

Denn wir haben verlernt, die Gefühle und das Leben wie es kommt zuzulassen. Wir finden immer einen Grund, warum es nicht in Ordnung ist und finden Tausend Dinge die wir am Leben und vor allem an und selbst verbessern können. Schaffen wir es, dem keinen Widerstand entgegen zubringen, kümmert sich das Gefühl selbst um sich. Es kommt und es geht.

Hast du schon mal kleine Kinder beobachtet, die wütend werden? Urplötzlich und explosiv geben sie ihrem Gefühl Raum. Sie halten nichts zurück und „denken sich nichts dabei“.

Das ist, warum sie im nächsten Augenblick einfach so wieder glücklich weiterspielen und über die Wiese krabbeln, wie wenn nichts gewesen wäre. Ihr Verstand macht daraus keine Geschichte. „Es ist was es ist.“ Und wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Sie erzählen ihren Baby-Freunden keine Geschichte: „Letztens, da hab ich meinen Schnuller verloren und ich musste zwei Stunden suchen. Ich sags dir, das war ein Stress ey! Und das Montagmorgen – stell dir vor! Deswegen hatte ich so ne scheiß Woche, wenn es so beginnt, kein Wunder. Ich brauch erstmaln Kaffee“.

In diesem Sinne – werdet wieder wie die Kinder! 😉

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